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<title>Amboss</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Amboss</span></h1>
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<p>Ein <b>Amboss</b> (Mehrzahl <i>Ambosse</i>, von althochdeutsch <i>anabōʒ</i>: „Woran (worauf) man schlägt“) ist ein Block aus <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a> zur Unterlage beim <a href="Umformen" title="Umformen">Umformen</a>, dem Bearbeiten von meist „warmen“, d.&nbsp;h. <a href="Gl%C3%BChen" title="Glühen">glühenden</a> <a href="Metalle" title="Metalle">Eisenmetallen</a>. Ein Amboss ist bis zur Gegenwart ein elementares Grund<a href="Werkzeug" title="Werkzeug">werkzeug</a> und zählt zum unverzichtbaren Bestandteil einer <a href="Schmiede" title="Schmiede">Schmiede</a>.<br> Auf dem Amboss wird das zu bearbeitende Werkstück mit oder ohne Zuhilfenahme von Setzhämmern<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder anderen Hilfshämmern durch einen oder mehrere <a href="Schmiedehammer" title="Schmiedehammer">Schmiedehämmer</a> geformt. Die Oberfläche der Ambossbahn ist <a href="H%C3%A4rten_(Eisenwerkstoff)" title="Härten (Eisenwerkstoff)">gehärtet</a>. Je nach Typ sind Ambosse zwischen 5&nbsp;kg und 550&nbsp;kg erhältlich.
</p>


<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der Amboss ist das älteste Grund<a href="Werkzeug" title="Werkzeug">werkzeug</a>. Frühe Menschen nutzten bereits in der <a href="Altsteinzeit" title="Altsteinzeit">Altsteinzeit</a> vor mindestens 20.000 Jahren einen Amboss aus natürlich entstandenen <a href="Stein" title="Stein">Steinen</a> mit abgeflachter Oberfläche, um mittels spezieller <a href="Feuerstein#Schlagtechniken" title="Feuerstein">Abschlagtechniken</a> meist <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a> zur Fertigung von <a href="Faustkeil" title="Faustkeil">Faustkeilen</a>, <a href="Abschlag_(Arch%C3%A4ologie)" title="Abschlag (Archäologie)">Klingen</a> oder Spitzen für <a href="Speer" title="Speer">Speere</a> zu bearbeiten. Den hohen Stand des handwerklich geschickten Einsatzes zwischen <a href="Schlagstein_(Arch%C3%A4ologie)" title="Schlagstein (Archäologie)">Schlagstein</a> (Hammer), Zwischenstücken (als frühe Hilfshämmer) z.&nbsp;B. aus Geweih in der <a href="Feuerstein#Schlagtechniken" title="Feuerstein">Punchtechnik</a> und Amboss bezeugt anschaulich die <a href="Levalloistechnik" title="Levalloistechnik">Schildkern-Technik</a> der <a href="Neandertaler" title="Neandertaler">Neandertaler</a>. Zu den eindrucksvollsten in Blattform auf einem frühen Amboss geschlagenen Werken zählen die vor ungefähr 20.000 Jahren in Europa geschaffenen und bis zu 40&nbsp;cm langen, hauchdünnen (im Kern fünf bis sechs Millimeter) <a href="Spitze_(Arch%C3%A4ologie)" title="Spitze (Archäologie)">Spitzen</a> aus Feuerstein während der <a href="Solutr%C3%A9en" title="Solutréen">Solutréen</a>-Kultur.
</p><p>Zu Beginn der <a href="Metallbearbeitung" class="mw-redirect" title="Metallbearbeitung">Metallbearbeitung</a> in der <a href="Kupfersteinzeit" title="Kupfersteinzeit">Kupfersteinzeit</a> wurden zunächst <a href="Gediegen" title="Gediegen">gediegene</a> Metalle wie <a href="Gold" title="Gold">Gold</a> und <a href="Kupfer" title="Kupfer">Kupfer</a> auf einem (Stein-)Amboss bearbeitet. Bisher älteste Funde von Kupferplättchen für Schmuck stammen aus dem 8. Jahrtausend v. Chr. aus <a href="Anatolien" class="mw-redirect" title="Anatolien">Anatolien</a>.
</p><p>In der Folge des gezielten <a href="Kupferbergbau" title="Kupferbergbau">Abbaus von Kupfererz</a> und dessen Verhüttung spätestens im 6. Jahrtausend v. Chr. im heutigen Serbien (<a href="Plo%C4%8Dnik_(Arch%C3%A4ologischer_Fundplatz)" title="Pločnik (Archäologischer Fundplatz)">Pločnik</a>) wurden auch die bekannten Kupferbeile auf einem Amboss kalt ausgeschmiedet und deren Schneide somit <a href="Verfestigung_(Werkstoffkunde)" title="Verfestigung (Werkstoffkunde)">verfestigt</a>.
</p><p>In der <a href="Bronzezeit" title="Bronzezeit">Bronzezeit</a> kamen neben den Ambossen aus Stein auch erste aus Metall (<a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a>) zum Einsatz. Neben einfachen Formen gab es bereits solche mit einem seitlichen Rundhorn – z.&nbsp;B. zum <a href="Kaltumformung" title="Kaltumformung">Kaltschmieden</a> von Ringen oder Armreifen.
</p><p>Nachgewiesen seit der <a href="Hallstattzeit" title="Hallstattzeit">Hallstattzeit</a> wurden erste Ambosse aus <a href="Eisen" title="Eisen">Eisen</a> verwendet und setzten sich allmählich durch. Man kann davon ausgehen, dass durch die frühe Nutzung und <a href="Verh%C3%BCttung" class="mw-redirect" title="Verhüttung">Verhüttung</a> von Eisenerz durch die <a href="Hethiter" title="Hethiter">Hethiter</a> es auch vorher Eisenambosse gab. Seit dieser Zeit ist auch das Feuer zum Schmieden unentbehrlich und prägt bis heute das gültige Gesicht einer Schmiede.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufstellung_und_Arbeitsweise">Aufstellung und Arbeitsweise</h2></div>

<p>In der europäischen <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> war und im asiatischen Raum wie in <a href="Indien" title="Indien">Indien</a> oder <a href="Japan" title="Japan">Indonesien</a> ist das <a href="Schmieden" title="Schmieden">Schmieden</a> auch heute noch in kniender oder hockender Position auf dem Boden üblich. In Japan steht der Schmied heute meist in einer Grube, die sich zwischen Esse und Amboss befindet. Auch in Europa gab es diese Anordnung, die z.&nbsp;B. bei einer archäologischen Ausgrabung in Lahnau-Atzbach gefunden wurde.<br> Im westlichen Kulturkreis stehen die meisten Ambosse heute dagegen auf einem Holzklotz, einer sandgefüllten Kiste, metallenen Beinen oder einer ähnlichen Unterkonstruktion, die einen massereichen und sicheren Stand bieten und dem Schmied ein Arbeiten in optimaler Höhe ermöglichen soll. Sehr schwere Ambosse ruhen auf einem schweren, in den Boden eingelassenen Holzklotz, dem <i>Ambossstock</i> oder <i>Hammerstock</i>.
</p><p>Durch die richtige Aufstellung des Ambosses wird erreicht, dass der Amboss bei jedem Hammerschlag von oben denselben <a href="Impuls" title="Impuls">Impuls</a> auch von unten in das Werkstück einbringt, der Schmied sagt dazu „der Amboss zieht“.
</p>

<p>Nach der Idee des Schmieds Ponti aus Mailand von 1833 wird gegen das laute Getöse beim Schmieden auf den seitlichen Hörnern je ein Metallring mit Kette angebracht. Diese Idee wurde später von Gaudencio Vicini mit einer Feder, die die Kette in gespanntem Zustand hält, weiter verbessert. Mit diesem Vorgehen lässt sich die unangenehme und schädliche Geräuschentwicklung beim Schmieden erheblich verringern.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung">Herstellung</h2></div>
<p>Ambosse sind heute im Allgemeinen entweder komplett als Stahlguss ausgeführt oder <a href="Gie%C3%9Fen_(Metall)" title="Gießen (Metall)">gegossen</a> und mit einer aufgeschweißten Stahlbahn versehen und –&nbsp;seltener, meist historisch&nbsp;– komplett geschmiedet. Wenngleich ein Amboss aus Stahlguss durch seine hohe Härte sehr gut „zieht“ und sehr widerstandsfähig gegen Abnutzung ist, so ist sein sehr heller und durchdringender Klang störend und kann zu erheblichen Schädigungen des <a href="Ohr" title="Ohr">Gehörs</a> führen. Daher ist dringend anzuraten, mit Gehörschutz zu arbeiten. Eine geeignete Unterlage zwischen Amboss und Untersatz dämpft den Klang etwas.
</p><p>Geschmiedete Ambosse werden heutzutage nicht mehr hergestellt und gelten daher als seltener. Sie klingen etwas weniger, „ziehen“ jedoch vergleichbar gut wie ihre gegossenen Gegenstücke. Traditionell wurden Ambosse aus einzelnen Eisenstücken (z.&nbsp;B. <a href="Puddelverfahren" title="Puddelverfahren">Puddeleisen</a>) zusammengesetzt und Stück für Stück <a href="Schwei%C3%9Fen#Feuerschweißen" title="Schweißen">im Feuer zusammengeschweißt</a>. Die Oberfläche zum Schmieden wurde entweder <a href="Aufkohlen" title="Aufkohlen">aufgekohlt</a> oder ebenfalls mit einer aufgeschweißten, harten Stahlplatte versehen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einen guten Kompromiss stellen gegossene und mit Stahlbahn versehene Ambosse dar. Sie klingen nicht so schrill wie reiner Guss, sind aber deutlich leichter zu beschaffen und billiger als geschmiedete Ambosse. Sie sind gut erkennbar an den für alle Gussambosse üblichen <a href="Lunker" title="Lunker">Lunkern</a> und Poren auf der Unterseite und der parallelen Schweißnaht unterhalb der aufgeschweißten Stahlbahn (je nach Endbearbeitung).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau,_Varianten_und_Anwendung"><span id="Aufbau.2C_Varianten_und_Anwendung"></span>Aufbau, Varianten und Anwendung</h2></div>

<p>Die heute bekannte Grundform wurde im <a href="Sp%C3%A4tmittelalter" title="Spätmittelalter">Spätmittelalter</a> entwickelt. Davon abweichend entstanden regional eine Vielzahl von differenzierten Ambossformen, die jeweils an den Erfordernissen der <a href="Werkst%C3%BCck" title="Werkstück">Werkstücke</a> und deren Größe angepasst wurden.
</p><p>Im Lauf der Jahrhunderte haben sich verschiedene Varianten ausgebildet, z.&nbsp;B.: <i>Böhmische Form</i>, <i>Norddeutsche Form</i>, <i>Süddeutsche Form</i>, Angelsächsische oder <i>Englische Form</i>. Sie werden vorrangig von Kunstschmieden, Hufschmieden und Schlossern (Metallbauern) eingesetzt. So gut wie alle heute verwendeten Bauweisen besitzen einen Grundkörper mit der geraden oder minimal gewölbten Bahn und davon ausgehend ein oder zwei spitz zulaufende Hörner (meist Rund- und Vierkanthorn), an denen <a href="Stabeisen" title="Stabeisen">Stäbe</a>, Ringe o.&nbsp;ä. gebogen oder <a href="Schwei%C3%9Fen#Feuerschweißen" title="Schweißen">geschweißt</a> werden können.
</p><p>Außer den „typischen“ Formen sind z.&nbsp;B. für <a href="Stellmacherei" title="Stellmacherei">Wagner</a>, <a href="Nagelschmied" title="Nagelschmied">Nagelschmiede</a>, <a href="Goldschmied" title="Goldschmied">Messerschmiede, Goldschmiede</a> und Silberschmiede u.&nbsp;w. zu spezialisierten Anwendungen eigene Bauweisen üblich.<br> Eine neu durchdachte Form (nicht geschmiedet), der sogenannte <i>Habermann-Amboss</i> (225&nbsp;kg) wurde um 2005 vom "Schmiedepapst" <a href="Alfred_Habermann" title="Alfred Habermann">Alfred Habermann</a> geschaffen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bis zur Einführung des <a href="Gasschmelzschwei%C3%9Fen" title="Gasschmelzschweißen">Gasschmelzschweißens</a> in den <a href="Apparat_(Verfahrenstechnik)" title="Apparat (Verfahrenstechnik)">Apparatebau</a> verwendeten <a href="Kupferschmiede" class="mw-redirect" title="Kupferschmiede">Kupferschmiede</a> zum <a href="Feuerschwei%C3%9Fen" class="mw-redirect" title="Feuerschweißen">Feuerschweißen</a> einen beheizten Amboss. […] „Bis 1925 werden bei der Samesreuther &amp; Co. GmbH in Butzbach und bei <a href="Carl_Canzler" title="Carl Canzler">Carl Canzler</a> in Düren Nickelbauteile bis 5&nbsp;mm Wandstärke auf dem beheizten Amboss mit dem Handhammer zusammengeschweißt.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Amboss des Gold- und Silberschmieds wird je nach Ausführung Sperrhaken oder <a href="Bretteisen" class="mw-redirect" title="Bretteisen">Bretteisen</a> genannt.
</p><p>An manchen, z.&nbsp;B. am <i>Süddeutschen Amboss</i> oder <i>Habermann-Amboss,</i> ist an der Bahn seitlich noch ein sogenannter Voramboss angeschweißt, der nach unten bogenförmig verjüngt und zum besseren <a href="Richten_(Fertigungsverfahren)" title="Richten (Fertigungsverfahren)">Richten</a> auf der Bahn dient oder zum engen Biegen bzw. Schmieden von in sich gekrümmten Werkstücken. Zusätzlich können noch massive Stauchplatten (<i>Staucher</i> oder <i>Stauch</i>) im unteren Bereich am Amboss vorhanden sein. Sie dienen zum <a href="Stauchen" class="mw-redirect" title="Stauchen">Stauchen</a> längerer Werkstücke und Stäbe. Zur Standfestigkeit sind entweder wie bei dem <i>Französischen Amboss</i> zierliche oder meist massive Füße ausgestellt und fest verbunden.
</p><p>Oben auf der Bahn sind meist ein Vierkantloch und ein oder zwei Rundlöcher durchgängig eingelassen. Das Vierkantloch (auch <a href="Gesenk" title="Gesenk">Gesenkaufnahme</a> genannt) dient zur Aufnahme von Form- und Schneidwerkzeugen wie <i>Hilfsamboss</i>, <i>Abschrot</i>,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Hörnchen</i>, <i>Schwanenhals</i>, <i>Ambossgabel</i> etc. In der klassischen Schmiedesprache werden diese Werkzeuge auch <i>Stöckel</i> genannt.<br> Das/die Rundlöcher werden zum Lochen mit dem Lochdorn<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> genutzt, zum Biegen oder auch zur Aufnahme von Hilfswerkzeugen. Unterhalb der Bahn haben manche Ambosse noch eine gewölbte <i>Brust</i> zum Bearbeiten größerer Radien.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Kleinamboss, ca. 2–5 kg</div>
</li>
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<div class="gallerytext">Amboss von 1736</div>
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<div class="gallerytext"><a href="Dengeln#Dengelamboss" title="Dengeln">Dengelamboss</a> und Dengelhammer</div>
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<div class="gallerytext">Schmieden am Amboss</div>
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<div class="gallerytext">Amboss (englische Form) und <a href="Vorschlaghammer" title="Vorschlaghammer">Vorschlaghammer</a> (englische Form)</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Der Amboßplatz in <a href="D%C3%BCsseldorf-L%C3%B6rick" class="mw-redirect" title="Düsseldorf-Lörick">Düsseldorf-Lörick</a> mit gleichnamigen Denkmal</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Amboss in norddeutscher Form im <a href="Beckedorf_(Schwanewede)" title="Beckedorf (Schwanewede)">Beckedorfer</a> Schmiedemuseum in der Nähe von Bremen</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klangerzeuger"><span id="Musikinstrument"></span> Klangerzeuger</h2></div>
<p>Den Amboss als <a href="Musikinstrument" title="Musikinstrument">Musikinstrument</a> haben Komponisten von <a href="Daniel-Fran%C3%A7ois-Esprit_Auber" title="Daniel-François-Esprit Auber">Daniel-François-Esprit Auber</a> (<i>Le Macon</i>, 1825) bis <a href="Benjamin_Britten" title="Benjamin Britten">Benjamin Britten</a> (<i>The burning fiery furnace,</i> 1966) eingesetzt. Bekannte Beispiele finden sich bei <a href="Giuseppe_Verdi" title="Giuseppe Verdi">Giuseppe Verdi</a> (<i>Il trovatore</i>, 1853, Zigeunerschmiede im 2. Akt), <a href="Richard_Wagner" title="Richard Wagner">Richard Wagner</a> (1853, <i><a href="Das_Rheingold" title="Das Rheingold">Das Rheingold</a></i> mit den berühmten Verwandlungen 2./3. und 3./4. Bild, 18 Ambosse, auf F in drei verschiedenen Oktaven notiert; <i><a href="Siegfried_(Oper)" title="Siegfried (Oper)">Siegfried</a></i>, 1. Aufzug), <a href="William_Walton" title="William Walton">William Walton</a> (<i>Belshazzar’s feast</i>). Auch <a href="Albert_Parlow" title="Albert Parlow">Albert Parlow</a> rückte ihn ins Rampenlicht und erlangte mit seiner <i><a href="Ambosspolka" title="Ambosspolka">Ambosspolka</a></i> Weltruhm. Von Wagner inspiriert schrieben der Berliner Militärmusiker eine Polka für <i>Solo-Amboss</i> (1854) und sein böhmischer Kollege <a href="Julius_Fu%C4%8D%C3%ADk_(Komponist)" title="Julius Fučík (Komponist)">Julius Fučík</a> einen Konzertmarsch <i>Die lustigen Dorfschmiede</i> (1908).
</p><p>Für Ambossklänge verwenden einige Opernorchester echte Ambosse, während andere schwere Stahlplatten mit einer Stärke von mehr als 2,5 Zentimetern oder Abschnitte von Eisenbahnschienen einsetzen.
</p><p>Bereits im <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">Frühmittelalter</a> kannte man den Amboss als Musikinstrument.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Theorie von Hipólito Rossy, dass der Rhythmus von Hammer und Amboss in den Hammerschmieden der Ursprung der komplexen 12/8-Rhythmen im <a href="Flamenco" title="Flamenco">Flamenco</a>, speziell in der <a href="Seguiriya" title="Seguiriya">Seguiriya</a> sei, ist umstritten. Die Härte der Arbeit und der Lärm sprechen dagegen, dass während der Arbeit solche Gesänge gesungen werden konnten.<sup id="cite_ref-flamencoviejo_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-flamencoviejo-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Pausenzeichen des 1927 in Betrieb genommenen polnischen Rundfunksenders <a href="Katowice" title="Katowice">Kattowitz</a> bestand anfangs aus dem Klang von zwei Hämmern, die auf einem Amboss schlugen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mythologie">Mythologie</h2></div>
<p>Aufgrund der Nutzung des Ambosses seit der frühen Entwicklung der Menschheit wurden ihm als dem Werkzeug des <a href="Schmied_in_der_Kultur" title="Schmied in der Kultur">Schmieds magische Kräfte</a> nachgesagt. Ein Schmied beschloss traditionsgemäß mit fünf leichten Schlägen auf den leeren Amboss den Arbeitstag. Dieser Brauch stand mit der Sage in Verbindung, wonach der an einen Amboss geschmiedete Teufel seine Ketten durchzufeilen versuchte. Mit zwei Schlägen wurde er gerufen und gebannt und mit drei Hammerschlägen wurden die Ketten wieder geschlossen und gefestigt. So sollten die fünf Schläge der Abwehr von bösen Mächten dienen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprichwörter_und_Zitate"><span id="Sprichw.C3.B6rter_und_Zitate"></span>Sprichwörter und Zitate</h2></div>
<ul><li>„Amboß oder Hammer sein“ aus dem Gedicht <i>Ein andres</i> von <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> aus dem Zyklus <i>Gesellige Lieder</i>, das besagt, dass man sich im Leben entscheiden muss, zwischen „leiden oder triumphieren“ (Zitat aus dem Gedicht).</li>
<li>„Der Amboss erschrickt vor dem Hammer nicht.“</li>
<li>„Der Amboss ist des Lärms gewohnt.“</li>
<li>„Wer sich vor den Amboss stellt, dem fliegen die Funken in die Augen.“</li>
<li>„Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.“ (italienisch)</li>
<li>„Der Amboss lebt länger als der Hammer.“ (italienisch)</li>
<li>„Ein Amboss hätte viel zu tun, wenn er bei jedem Schlage seufzen wollte.“</li>
<li>„Wenn man beim Amboss lacht, fliegt der Hammer alleine.“</li>
<li>„Heute Amboss, morgen Hammer.“</li>
<li>„Man muss nicht stets auf einem Amboss schmieden.“ (französisch)</li>
<li>„Wer zwischen Amboss ist und Hammer, dem fehlt es nicht an Jammer.“</li>
<li>„Gelenkig wie ein Amboss.“</li>
<li>„Aller Anfang ist schwer, sprach der Dieb und stahl einen Amboss.“</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Josef Moos: <i>Ambossformen.</i> Hephaistos, Immenstadt-Werdenstein 2013, ISBN 978-3-931951-71-9.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Anvils?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Amboss</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Amboss" class="extiw external" title="wikt:Amboss">Wiktionary: Amboss</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Amboss" class="extiw external" title="q:Amboss">Wikiquote: Amboss</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://ernst-refflinghaus.de/amboss.html">Informationen zu Ambossen.</a> ernst-refflinghaus.de</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">E. Treiber: <cite style="font-style:italic">Setzhammer</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Lexikon_der_gesamten_Technik" title="Lexikon der gesamten Technik">Luegers Lexikon der gesamten Technik</a></cite>. 2. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>8</span>. Deutsche Verlags-Anstalt, Leipzig&nbsp;/ Stuttgart 1910, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>88</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20006127339">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Amboss&amp;rft.atitle=Setzhammer&amp;rft.au=E.+Treiber&amp;rft.btitle=Luegers+Lexikon+der+gesamten+Technik&amp;rft.date=1910&amp;rft.edition=2.&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=88&amp;rft.place=Leipzig+%2F+Stuttgart&amp;rft.pub=Deutsche+Verlags-Anstalt&amp;rft.volume=8" style="display:none">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://ernst-refflinghaus.de/die-ambossherstellung.html">Trad. Ambossschmiede Refflinghaus zur Ambossherstellung.</a> ernst-refflinghaus.de; abgerufen am 11. Oktober 2016.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20161011004338/http://www.angele.de/uploads/media/angele11d37kat-habermann2.pdf">Website von Angele.</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.angele.de%2Fuploads%2Fmedia%2Fangele11d37kat-habermann2.pdf">Originals</a></span> vom 11. Oktober 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.angele.de/uploads/media/angele11d37kat-habermann2.pdf">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.angele.de/uploads/media/angele11d37kat-habermann2.pdf">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.angele.de</span> (Maschinenbauer- u. Schmiedeausrüster) zum neu gestalteten <i>Habermann-Amboss</i> (225&nbsp;kg); abgerufen am 11. Oktober 2016.</span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Harald Bechmann: <i>1919–2009, Buss-SMS-Canzler, Chronik zum 90-jährigen Firmenjubiläum</i>. Zitat aus der Chronik. Erläuterung mit Foto „Hammerschweißung an einem Behälterunterteil aus Nickel“, S. 30. Hrsg. Buss-SMS-Canzler GmbH, WD-Print und Medien, Wetzlar 2009. Auflage 600. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins <a href="Merode_(Langerwehe)" title="Merode (Langerwehe)">Herrschaft Merode</a> e.&nbsp;V.</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">G. Nonnenmacher: <i>1890–1940 Von der Kupferschmiede zum Großapparatebau.</i> In: <i>Chronik zum 50. Firmenjubiläum.</i> Erwähnung der Hammerschweißung auf dem beheizten Amboss (S. 51–52) Verlag Hoppenstedt, Berlin 1940. Im Archiv des Geschichts- und Heimatvereins Merode e.&nbsp;V.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Hermann Hundeshagen: <i>Der Schmied am Amboß. Ein praktisches Lehrbuch für alle Schmiede.</i> ISBN 3-88746-430-3, S. 121, Abb. und Erläuterung „Lochen mit Lochdorn“; <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=xESfBIkVN-sC&amp;pg=PA121&amp;lpg=PA121&amp;dq=Der+Schmied+am+Ambo%C3%9F,+lochen&amp;source=bl&amp;ots=ug_Ackympx&amp;sig=1gMnwhWo4XHB5Xa-5TCgunK4BYA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=PPaPUai2BoeE4gT3joHACA&amp;ved=0CFcQ6AEwBA#v=onepage&amp;q=Der%20Schmied%20am%20Ambo%C3%9F%2C%20lochen&amp;f=false">books.google.de</a></span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Erich_Valentin_(Musikwissenschaftler)" title="Erich Valentin (Musikwissenschaftler)">Erich Valentin</a>: <i>Handbuch der Musikinstrumentenkunde.</i> Mit Zeichnungen von <a href="Franz_Mazura" title="Franz Mazura">Franz Mazura</a>. Gustav Bosse, Regensburg 1954, S. 409.</span>
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